Big Consumer is watching me

Der aufmerksame Blogleser, welcher auch der Seitenleiste Aufmerksamkeit schenkt, wird es schon bemerkt haben: eine Webcam ist installiert worden. Einiges an Bastelei hat es softwaremäßig schon gebraucht, aber die html- und php-Community hat mich zum Glück nicht im Stich gelassen.

Vorerst ist die Webcam im Keller montiert, in Zukunft können auch andere Bereiche dem Interessierten zugänglich gemacht werden. Authentizität und eine Art der Kommunikation, die das in die Karten schauen ermöglicht, sind die Stärke von uns Kleinen, nützen wir die Chanche!

Sollten Problem technischer Art auftreten, bitte teilt es mir mit, momentan ist das ganze mit einer Betaphase vergleichbar. Sehr oft wird die Kamera auch nicht online sein, da ich nur über ein Gerät verfüge und dort, wo si fix montiert ist, nicht immer was los ist, bitte seien Sie deshalb nicht enttäuscht. Natürlich ist sie auch abgeschaltet, wenn ich was mit dem Weinen mache, das Sie, geschätzte Leserin und Leser, nicht sehen sollten…  😉

Pünktlich zu Lesebeginn, für heute wo wir mit dem Grauen Burgunder Klausner beginnen, ist alles fertig geworden. Viel Spass am Schauen!

Reifetest, oder: Das Bangen hat begonnen

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Jetzt hat sie wieder begonnen, die Zeit der Reifetests, der Aussichten auf den Jahrgang, der Vorbereitungen im Keller, des bangen Verfolgens der Wetterprognosen. Interessant, in den diversen Internet-Foren und anderen Medien über die Menge, aber noch mehr über die Qualität des zukünftigen Jahrganges zu lesen. Schade, dass auch Produzenten den bohrenden Fragen der Journalisten nachgeben und sich entweder stark aus dem Fenster lehnen oder sich auf nichtssagenden Allgemeinplätzen tummeln. Angenehm, wenn man auch authentische, differenzierende Berichte lesen kann.

Dabei sollte doch jeder, der einmal Wein gemacht hat wissen und die Erfahrung auch weitergeben, dass momentan, natürlich nur wo es nicht stark gehagelt oder der Peronosporapilz ungehemmt gewütet hat, noch gar nichts fix ist. Zum einen wird der Zustand, wie sich die Trauben zum Zeitpunkt der Lese präsentieren – zumindest in den gemäßigten Weinbauzonen – , in den letzten Wochen und Tagen vor der Ernte in extremer Abhängigkeit vom aktuellen Wetter entschieden, und zudem sind der äußere Zustand der Ware sowie die inneren, analysierbaren Werte eine Sache, die Qualität des trinkfähigen Weines sehr oft wiederum ein anderes Paar Schuhe.

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Viribus unitis!

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Mit vereinten Kräften arbeitet es sich leichter. Diese Tatsache wird in Südtirol glücklicherweise besonders von den Kleinproduzenten umgesetzt, welche sich untereinander viel mehr als hilfreiche Kollegen sehen und nicht so sehr als Mitbewerber oder gar Konkurrenten. In diesem Sinne habe ich seit der Ernte 2007 einen jungen vielversprechenden Produzenten aus Terlan, Norbert Kofler alias Untermieter, Teile des Kellers zur Verfügung gestellt (Bericht folgt demnächst).

Ab heute wird einem anderen Kollegen, diesmal virtuelles, Obdach gegeben. Andreas Sölva aus Kaltern präsentiert dieser Tage anlässlich der Kalterer Weintage seinen ersten Wein, den Sea 2007, seine persönliche Kalterer-See-Interpretation. Höchste Zeit, dass er auch im Netz erreichbar ist.

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In bester Gesellschaft

Mit großer Genugtuung konnte ich den Namen unseres Betriebes inmitten der wirklich bedeutenden Kellereien Südtirols auf der Speise- und Getränkekarte vom „Gretl am See“ lesen. Vor ein paar Wochen noch sprach ich mit meiner zur Zeit wichtigsten Begleiterin das erste Mal bei Klaus Maran vor, ein paar Tage später lieferte ich die erste Menge und vorgestern durfte ich mit unseren Weinen den önologischen Teil dieses fernöstlichen Abends (Ankündigung) gestalten.

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9. „Vinea tirolensis“ am 25. August

61 Freie Weinbauern Südtirols und weitere 6 Produzenten als Gäste werden heuer am Montag 25.8.2008 im Stadttheater in Bozen von 15:00 – 21:00 Uhr je bis zu 5 Qualitätsweine präsentieren. Heuer zum neunten Mal organisiert die Vereinigung der Südtiroler Weinhöfe, welche mittlerweile 80 Mitglieder hat, ihre Jahresweinpräsentation. Für die selbstvermarktenden landwirtschaftlichen Betriebe ein Höhepunkt kurz vor der anstehenden Weinlese, um den Interessierten das Spektrum der eigenen Weine selbst zu präsentieren. Kennzeichnend ist die Teilnahme von Weinbauern aus allen Weinbaugebieten Südtirols, die eine einzigartige Sorten- und Charaktervielfalt garantieren. Aus diesem Grunde hat die Vinea Tirolensis ein Stammpublikum, welches gespannt auf eine Kostprobe der abgefüllten Weine wartet.

[Quelle: Pressemitteilung FWS mit von mir gesetzten Links]

Sushi und Gewürztraminer am Kalterer See

Restaurant Gretl am See, Kaltern

Mittwoch 6.8. bis Samstag 16.8.

Sushi–Bar und japanische Gerichte zubereitet von Kato Shozo und seiner Küchencrew
Renomierte Südtiroler Winzer präsentieren ihre Weine

So lautet der Originaltext des rührigen Kalterer Gastronoms Klaus Maran. Danke jedenfalls für das „renomiert“!

Weitere Infos gibt es auf der stets aktuell gehalten Webseite seiner beiden Restaurants. Ich glaube, allein schon die dort ersichtlichen Bilder des traumhaften Ortes und die Präsentation der Gerichte müssten Grund genug sein für einen Besuch.

Und dies nicht nur am Mittwoch 13. August, wann ich der Winzer des Abends bin.

Rosso di Montalcino Capanna 2000

Es gibt Weine, die man für besondere Gelegenheiten aufbewahrt, so zum Beispiel große Feierlichkeiten oder für bestimmte Weinkosten, wo ein Thema vorgegeben ist. Oft genug ist es mir aber passiert, dass ich gewisse Weine zu spät geöffnet und ich mich dann geärgert habe. Damit diese Fälle nicht mehr so oft vorkommen, wird jetzt mehr systematisch nach Jahrgang geöffnet, gekostet und getrunken.

Genau zum richtigen Zeitpunkt habe ich m.E. bei einem Wein den Öffner angesetzt, den ich 2002 von einer Lehrfahrt in die Toskana mit nach Hause gebracht habe. Herrn Cencioni des Betriebes Capanna in Montalcino habe ich als äußerst wortkarge Person in Erinnerung; jede Information hinsichtlich Weinbau und Kellerwirtschaft mussten wir ihm zusammen aus der Nase ziehen. Aufgetaut ist er eigentlich erst dann, als er merkte, dass wir selbst vom Fach sind und seinem Schaffen auch mit dem gebührenden Respekt begegneten.

Die Weine in den Fässer waren naturgemäß schwierig zu kosten und ließen ihr Potential für uns Fremde nur schwer erahnen. Wenn ich mich richtig erinnere, hat er im Gegensatz zu den anderen von uns besuchten Betrieben dort (Caparzo z.B.), zumindest damals, den Einsatz von Barriques abgelehnt. Angenehm überrascht waren besonders die jüngeren Teilnehmer der Fahrt, dass sie noch einzelnen Flaschen ihres Geburtsjahrgangs bei ihm kaufen konnten. Weiterlesen

Stay tuned!

Nachdem ich aus den Besucher-Logs weiß, dass die Bezugsquellen-Seite eine der meistaufgerufenen Pages ist, war es höchste Zeit, diese wieder einmal zu überarbeiten. In den nächsten Wochen kommen noch einige interessante Südtiroler Adressen sicher, einige andere vielleicht, wenn die Weine letztlich überzeugen konnten, hinzu. Einen Grund, die Liste zu überarbeiten, werden hoffentlich auch die nächsten Präsentationen bringen.

Ein vorsichtiges, aber spannungsreiches Beschnüffeln gibt es auch mit akribisch verkostenden Interessenten jenseits des Alpenhauptkammes, mal sehen…

Und ein ganz anderer Vertriebskanal wird im Moment auch noch geplant. Wer mich etwas kennt, wird sich auch schon denken können, um was es sich dabei handeln wird.

Deshalb: bleiben Sie dran!

Die Blattfallkrankheit der Rebe

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So wurde die vom Pilz Plasmopara viticola verursachte Peronospora genannt, als sie Ende des 19. Jahrhunderts, von Amerika kommend, sich in Europa ausbreitete. Bis Kupfer als bis heute wirksames Fungizid entdeckte wurde, gab es keine Mittel dagegen und nach mehreren Infektionen fiel auch tatsächlich ein Großteil des Laubes zu Boden, was nicht nur den gesamten Ernteausfall bedeutete sondern sogar das Überleben der Stöcke gefährdete.

Auf Grund der wieder einmal ungewöhnlichen Witterungsverhältnisse während dieses Frühjahrs und Sommers mit häufigen und ergiebigen Niederschlägen in kurzen Abständen fand dieser Pilz, der auch als Falscher Mehltau bezeichnet wird, mehr als nur ideale Bedingungen vor.

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Neues aus der Vill

Angst vor nonkorformistischem Auftreten hatte Stefan Vaja noch nie, in seinem Umfeld fällt er schnell auf. Deshalb war es nur folgerichtig, das auch der erste Wein seines Glassierhofes nicht dem Mainstream folgt. Während im Allgemeinen wieder mehr Weißweine im Stahl- oder großem, gebrauchten Holzfass ausgebaut werden, hat sich der Neumarktner Obst- und Weinbauer sowie Gründungspräsident der Blauburgundertage Südtirol mit seinem ersten Wein, einen Chardonnay, für die an der französichen Tradition angelehnten internationale Variante entschieden.

In der Nase dominiert ein vanilleunterstützes Aroma, was auf die Verwendung von kleinem Holz schließen lässt, eine gewisse Sortentypizität aber trotzdem noch zulässt. Das Mundgefühl ist angenehm cremig, wenn der der biologische Säureabbau m.E. auch etwas mehr Frische übrig lassen hätte sollen. Ein sicherlich interessanter Essensbegleiter. Weiterlesen